Die Spielstätten

 


Das Nationaltheater München ist mit 2 101 Plätzen das größte Opernhaus in Deutschland. Es wurde zwischen 1811 und 1818 gebaut und nach einem Brand im Jahr 1823 rekonstruiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch einen Bombenangriff 1943 erneut zerstört, der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1957 und 1963. Das im klassizistischen Stil gebaute Nationaltheater zählt zu den schönsten Theatern in Europa. In diesem einzigartigen Ambiente erleben die Zuschauer faszinierende Vorstellungen der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts.

Das Prinzregententheater wurde um die Jahrhundertwende (1900/1901) als Wagner-Festspielstätte nach dem Vorbild des Bayreuther Festspielhauses von Max Littmann erbaut und am 21. August 1901 mit „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner eröffnet. Die große Ära des Hauses begann nach dem Zweiten Weltkrieg, als es von 1944 bis 1963 die Bayerische Staatsoper beherbergte. Unvergessliche Namen wie Hans Knappertsbusch und Sir Georg Solti, Astrid Varnay, Erika Köth und Hans Hotter sind mit dem Prinzregententheater untrennbar verbunden. Aus dieser Zeit rührt auch die Liebe der Münchner zu ihrer „demokratischen" Oper, denn auf allen Plätzen herrschet ausgezeichnete Sicht und Akustik. Das Bayerische Staatsballett und die Bayerische Staatsoper gastieren regelmäßig im Prachtbau an der Prinzregentenstraße, unter anderem wie zuletzt bei der vielbeachteten und umjubelten Festspielpremiere 2010 „Die schweigsame Frau“. Das BR Symphonieorchester nutzt es als Spielstätte für konzertante Opern oder Sonder-Kammerkonzerte.

Das von dem französischen Architekten Francois Cuvilliés in der Residenz errichtete Cuvilliés-Theater gilt als Juwel des Rokoko. Kurfürst Max III. Joseph ließ das Theater von 1751 bis 1755 errichten. Es erlebte zahlreiche prunkvolle Inszenierungen von Barockopern, unter anderem 1781 die Uraufführung von Mozarts „Idomeneo". Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört. Die vorher ausgelagerten Logenverkleidungen blieben jedoch erhalten und wurden bis 1958 an anderer Stelle, im sogenannten Apothekenstock am Brunnenhof, wieder eingebaut. So ist dieses Gesamtkunstwerk von europäischem Rang, eine Perle des höfischen Rokoko, heute wieder erlebbar. Im Juni 2008 wurde es wiedereröffnet, nachdem es mehrere Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war: mit Mozarts „Idomeneo“. Das Theater wird unter anderem von der Bayerischen Staatsoper bespielt.

Die Residenz ist ein Bauwerk, das mit den Herrschaftsjahren der Wittelsbacher gewachsen ist. So gab jede Generation dem Bau einen persönlichen Touch. Begonnen hat alles bereits 1385. Später ließ der Kurfürst Ferdinand Maria den Herkulessaal mit seinem großen Saaltheater errichten. Heute ist es ein beliebter Veranstaltungsort, an dem vor allem klassische Konzerte gespielt werden.

Der Max-Joseph-Saal  sowie die Allerheiligen-Hofkirche sind weitere Spielstätten in der Residenz. Das außergewöhnliche Ambiente beider Spielstätten nutzen sowohl das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks als auch das Bayerische Staatsorchester, unter anderem für Kammerkonzerte und kleinere Ensembles.

Nach der Zerstörung der Tonhalle im letzten Kriegsjahr und einem 40-jährigen „Exil" bezogen die Münchner Philharmoniker mit der Eröffnung des Gasteigs im Jahr 1985 wieder ein eigenes Konzerthaus. Die Philharmonie im Gasteig bietet 2 387 Besuchern Platz. Die Philharmonie ist der größte Konzertsaal Münchens. Die Münchner Philharmoniker und die Orchester des Bayerischen Rundfunks spielen hier. Der Carl-Orff-Saal wird für Jugendkonzerte der Münchner Philharmoniker genutzt.

Im Künstlerhaus am Lenbachplatz gastieren Ensembles der Münchner Philharmoniker mit Kammerkonzerten. Die stilvolle und aufwändige Ausstattung des Festsaals bildet den würdigen Rahmen für eine Musik, die einst, im Gegensatz zur Kirchenmusik, für die „fürstliche“, also weltliche Kammer gedacht war. Der 400 Plätze fassende Saal mit seiner hervorragenden Akustik und besonderen Atmosphäre ist das Herzstück des Künstlerhauses.

 

  

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2010